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Web-Engineering:
Ein Weg zu qualitativ hochwertigen Internet-Anwendungen (Teil 1)

Analog zum Bereich der klassischen Software-Entwicklung mit ihrem etablierten Software-Engineering ist mittlerweile die neue Disziplin des Web-Engineerings entstanden. Dabei werden auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Methoden der Software-Erstellung auf Internet-Anwendungen übertragen und vor allem eine Vielzahl an Maßnahmen zur Qualitätssicherung berücksichtigt.

Moderne webbasierte E-Business-Anwendungen sind mittlerweile umfangreiche und komplexe Softwaresysteme. Doch anders als in der klassischen Software-Entwicklung, für die bereits zahlreiche Normen auf nationaler und europäischer Ebene sowie verschiedene ISO-Standards verabschiedet wurden, gibt es für die Programmierung von Web-Anwendungen noch keine anerkannten Regeln für die Sicherung der Qualität und das strukturierte Vorgehen bei der Entwicklung.

Vielmehr werden Web-Anwendungen bisher immer noch häufig eher „spontan“ („Try and Fix“) entwickelt. Dies hat zum einen mit dem unerwarteten, lawinenartigen Wachstum des Internets zu tun, zum anderen mit dem vergleichsweise geringen Alter dieses Mediums. Doch je mehr anspruchsvolle Web-Anwendungen auch unternehmenskritische Geschäftsprozesse abbilden, desto weniger ist diese Vorgehensweise geeignet.

Schichtenmodell für RIAs
Im Einzelnen bedeutet Web-Engineering bei so genannten Rich-Internet-Applikationen (RIAs) nicht nur die systematische Spezifizierung der Anforderungen an eine Web-Anwendung, sondern vor allem auch den Einsatz von etablierten, quantifizierbaren Konzepten, Methoden, Techniken und Werkzeugen, um Entwurf , Implementierung, Betrieb und Pflege kosteneffektiv zu gewährleisten.
Gut geplante Web-Applikationen lassen sich in ein Schichtenmodell gliedern :


Schichtmodell für Web-Applikationen

  • Die oberste Schicht, der Presentation Layer, ist repräsentiert durch das User-Interface oder die Bedienoberfläche.

  • Darunter liegt die Business Logic, die alle Abläufe und Prozesse verwaltet.

  • Darunter wiederum befindet sich der Data Access Layer. Diese Schicht ermöglicht den Zugriff auf Daten im Data Storage-Layer.

  • In der untersten Schicht, dem Data Storage Layer, werden die Daten der Anwendung gespeichert (z.B. Datenbank oder LDAP-Server).

Der Vorteil einer solchen Architektur liegt vor allem in der Unabhängigkeit der Funktionsschichten voneinander. Eine Änderung in der einen Schicht beeinflusst nicht die Funktionalität der anderen Schichten. Benachbarte Schichten kommunizieren über definierte Schnittstellen miteinander. Durch diesen Aufbau erhält ein Unternehmen große Flexibilität bei Änderungen in der Web-Applikation. Ein klar definiertes Vorgehen, das auch die fortlaufende Dokumentation des Entwicklungsprozesses mit einschließt, werden Kosten und Risiken bei Neuentwicklung und Pflege von Web-Anwendungen deutlich reduziert. Gleichzeitig lässt sich ihre Qualität erheblich verbessern.

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