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Webportal für höhere Qualität im Gesundheitswesen
Mit einem im deutschen Gesundheitswesen bisher einzigartigen Webportal will der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK e.V.) über seine Managementgesellschaft BNK Service GmbH die Qualität der ärztlichen Versorgung verbessern. Unter anderem können die mehr als 1.000 Herzspezialisten, die pro Jahr etwa 3,5 Millionen Behandlungsfälle betreuen, damit ein Benchmarking ihres Behandlungs-prozesses durchführen und die Versorgungs-forschung vorantreiben.
Referenz:
BNK Service GmbH

Die BNK Service GmbH wurde zu Beginn des Jahres 2004 vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK e.V.) als Dienstleistungs-unternehmen gegründet. Sie hat unter anderem die Aufgabe, Fachärzte bei ihren Verhandlungen mit Krankenkassen, Krankenhäusern und anderen Dienstleistungs­unternehmen zu unterstützen. Daneben ermöglicht die BNK Service GmbH den Mitgliedern des Verbandes über ein internetbasiertes Informationsportal auch die gemeinsame Beschaffung von Bedarfsartikeln für die Praxis und engagiert sich im Bereich der Versorgungsforschung. Darüber hinaus zählen die Dokumentation der Behandlungserfolge und die Nutzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse bei den Vertragsverhandlungen zur strukturierten Versorgung ebenso zu den zentralen Aufgaben der Gesellschaft wie die Berücksichtigung dieser Erkenntnisse in selektiven Verträgen mit den Krankenkassen.

Herausforderung

Zur Dokumentation von Behandlungsergebnissen sollte ein Qualitätsmanagement-Programm (eQM) entwickelt werden, das zunächst ein anonymisiertes Register von Patienten mit koronarer Herzerkrankung enthalten und durch modularen Aufbau für die Zukunft erweiterungsfähig sein sollte. Darin galt es, den diagnostischen und therapeutischen Behandlungspfad eines Patienten auf einer Web-basierten Datenbanklösung abzubilden – und zwar anhand eines DMP-fähigen Datensatzes (Disease Management Programm) und nach Maßgabe der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung. Als fertiges Modell für eine integrierte Versorgung nach § 140 a ff SGB V sollte die sektorenübergreifende Kommunikation aller möglichen Leistungserbringer, die sich zur Teilnahme an einem Strukturvertrag entschließen, über eine einzige Plattform möglich sein. Den Krankenkassen sollte das eQM-System über eine einheitliche Schnittstelle eine sektorenübergreifende Plattform mit unterschiedlichen Leistungserbringern bieten. Zudem sollte durch ein Benchmarking-System Datenmaterial für die Versorgungsforschung gewonnen werden können – unter Einhaltung aller entsprechenden Datenschutzbestimmungen.

Lösung

Das Serviceportal des BNK mit der eQM-Lösung ist im deutschen Gesundheitswesen bisher einzigartig. Realisiert wurde es mit der bewährten Methode des Rapid ePrototyping.

Technische Grundlage der browserbasierten Anwendung ist der Applikationsserver Adobe ColdFusion MX und ein Microsoft SQL-Server für die Datenbank. Mit Hilfe entsprechender Entwicklungswerkzeuge konnte ein Prototyp des Portals mit der eQM-Anwendung innerhalb von nur zwölf Wochen realisiert werden. Dieser ließ sich bereits von Anfang an praktisch nutzen. In der Datenbank können zum jeweiligen Registereintrag Dokumente in beliebigen Formaten hinterlegt werden – seien es Laborprotokolle, Röntgenaufnahmen oder die Herztöne des Patienten.

Da das System mit der Qualität der erfassten Daten steht und fällt, sorgen integrierte Plausibilitäts-kontrollen dafür, dass Falscheingaben möglichst ausgeschlossen werden und insgesamt die Datenerfassung auch für nicht so mit Informationstechnik vertraute Anwender – wie zum Beispiel Sprechstundenhilfen oder Ärzte – komfortabel und einfach ist. Durch eine Schnittstelle zur Online-Arzneimitteldatenbank IFAP-Index lassen sich zudem deren Inhalte direkt in die Anwendung übernehmen, so dass dort Informationen zu den einzelnen Medikamenten und ihre Wechselwirkungen zur Verfügung stehen.

Ein besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Sicherheit und die konsequente Einhaltung sämtlicher Erfordernisse des Datenschutzes gelegt. So sind eine gesicherte Informationsübermittlung durch Verschlüsselung und der kontrollierte Zugang über ein individuelles Kennwort ebenso vorgesehen wie die professionelle Datenbankpflege und -sicherung sowie die Berücksichtigung der Auflagen des Datenschutzbeauftragten. Für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgt auch die strikte Trennung der Praxiscomputersysteme mit den detaillierten Patientendaten und der Web-basierten Qualitätsmanagementapplikation.

Nutzen

Eine übersichtliche grafische Darstellung der Patienten-Historie – etwa in Form von Verlaufsgrafiken der Cholesterin-, Zucker- oder Blutdruckwerte – trägt zur komfortablen Nutzung des Systems bei. Neben der Benutzerfreundlichkeit wird dem Arzt so überdies ein schnelles Feed-back seiner Behandlung ermöglicht. Denn dadurch kann der Mediziner sofort erkennen, wie der Stand einer Behandlung ist und wo noch therapeutischer Handlungsbedarf besteht. Durch den Vergleich mit anderen Patientengruppen – dem Benchmarking – lassen sich Trends und Gemeinsamkeiten besser darstellen. Gleichzeitig kann der niedergelassene Kardiologe gegenüber den Krankenkassen sehr einfach die leitliniengerechte Behandlung nachweisen.
Diese sind auch – ebenso wie die Pharmaunternehmen, deren Medikamente in den Praxen verordnet werden – an einer raschen Verfügbarkeit der statistischen Ergebnisse interessiert. Die Arzneimittelhersteller können über das System relativ kostengünstig Feldstudien auf breiter Basis durchführen lassen, da alle notwendigen Daten darin bereits vorhanden sind und nur noch entsprechend ausgewertet werden müssen.

Eine Lösung wie das BNK-Webportal kann relativ einfach auf andere medizinische Fachgebiete übertragen werden und würde so wesentlich zur Realisierung der aktuell vielfach diskutierten „elektronischen Patientenakte“beitragen.