Referenz:
BNK Service GmbH
Die BNK Service GmbH wurde zu Beginn des Jahres 2004 vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK e.V.) als Dienstleistungs-unternehmen gegründet. Sie hat unter anderem die Aufgabe, Fachärzte bei ihren Verhandlungen mit Krankenkassen, Krankenhäusern und anderen Dienstleistungsunternehmen zu unterstützen. Daneben ermöglicht die BNK Service GmbH den Mitgliedern des Verbandes über ein internetbasiertes Informationsportal auch die gemeinsame Beschaffung von Bedarfsartikeln für die Praxis und engagiert sich im Bereich der Versorgungsforschung. Darüber hinaus zählen die Dokumentation der Behandlungserfolge und die Nutzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse bei den Vertragsverhandlungen zur strukturierten Versorgung ebenso zu den zentralen Aufgaben der Gesellschaft wie die Berücksichtigung dieser Erkenntnisse in selektiven Verträgen mit den Krankenkassen.
Herausforderung
Zur Dokumentation von Behandlungsergebnissen sollte ein Qualitätsmanagement-Programm (eQM) entwickelt werden, das zunächst ein anonymisiertes Register von Patienten mit koronarer Herzerkrankung enthalten und durch modularen Aufbau für die Zukunft erweiterungsfähig sein sollte. Darin galt es, den diagnostischen und therapeutischen Behandlungspfad eines Patienten auf einer Web-basierten Datenbanklösung abzubilden – und zwar anhand eines DMP-fähigen Datensatzes (Disease Management Programm) und nach Maßgabe der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung. Als fertiges Modell für eine integrierte Versorgung nach § 140 a ff SGB V sollte die sektorenübergreifende Kommunikation aller möglichen Leistungserbringer, die sich zur Teilnahme an einem Strukturvertrag entschließen, über eine einzige Plattform möglich sein. Den Krankenkassen sollte das eQM-System über eine einheitliche Schnittstelle eine sektorenübergreifende Plattform mit unterschiedlichen Leistungserbringern bieten. Zudem sollte durch ein Benchmarking-System Datenmaterial für die Versorgungsforschung gewonnen werden können – unter Einhaltung aller entsprechenden Datenschutzbestimmungen.
Lösung
Das Serviceportal des BNK mit der eQM-Lösung ist im deutschen
Gesundheitswesen bisher einzigartig. Realisiert wurde es mit der bewährten Methode des Rapid ePrototyping.
Technische Grundlage der browserbasierten Anwendung ist der Applikationsserver
Adobe ColdFusion MX und ein Microsoft SQL-Server für
die Datenbank. Mit Hilfe entsprechender Entwicklungswerkzeuge konnte
ein Prototyp des Portals mit der eQM-Anwendung innerhalb von nur zwölf
Wochen realisiert werden. Dieser ließ sich bereits von Anfang
an praktisch nutzen. In der Datenbank können zum jeweiligen Registereintrag
Dokumente in beliebigen Formaten hinterlegt werden – seien es
Laborprotokolle, Röntgenaufnahmen oder die Herztöne des
Patienten.
Da das System mit der Qualität der erfassten Daten steht und
fällt, sorgen integrierte Plausibilitäts-kontrollen dafür,
dass Falscheingaben möglichst ausgeschlossen werden und insgesamt
die Datenerfassung auch für nicht so mit Informationstechnik
vertraute Anwender – wie zum Beispiel Sprechstundenhilfen oder Ärzte – komfortabel
und einfach ist. Durch eine Schnittstelle zur Online-Arzneimitteldatenbank
IFAP-Index lassen sich zudem deren Inhalte direkt in die Anwendung übernehmen,
so dass dort Informationen zu den einzelnen Medikamenten und ihre
Wechselwirkungen zur Verfügung stehen.
Ein besonderes Augenmerk wurde auf das Thema Sicherheit
und die konsequente Einhaltung sämtlicher Erfordernisse des Datenschutzes
gelegt. So sind eine gesicherte Informationsübermittlung durch
Verschlüsselung und der kontrollierte Zugang über ein individuelles
Kennwort ebenso vorgesehen wie die professionelle Datenbankpflege und
-sicherung sowie die Berücksichtigung der Auflagen des Datenschutzbeauftragten.
Für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgt auch die strikte
Trennung der Praxiscomputersysteme mit den detaillierten Patientendaten
und der Web-basierten Qualitätsmanagementapplikation.
Nutzen
Eine übersichtliche grafische Darstellung der Patienten-Historie – etwa
in Form von Verlaufsgrafiken der Cholesterin-, Zucker- oder Blutdruckwerte – trägt
zur komfortablen Nutzung des Systems bei. Neben der Benutzerfreundlichkeit
wird dem Arzt so überdies ein schnelles Feed-back seiner Behandlung
ermöglicht. Denn dadurch kann der Mediziner sofort erkennen,
wie der Stand einer Behandlung ist und wo noch therapeutischer Handlungsbedarf
besteht. Durch den Vergleich mit anderen Patientengruppen – dem
Benchmarking – lassen sich Trends und Gemeinsamkeiten besser
darstellen. Gleichzeitig kann der niedergelassene Kardiologe gegenüber
den Krankenkassen sehr einfach die leitliniengerechte Behandlung nachweisen.
Diese sind auch – ebenso wie die Pharmaunternehmen, deren
Medikamente in den Praxen verordnet werden – an einer raschen
Verfügbarkeit der statistischen Ergebnisse interessiert. Die
Arzneimittelhersteller können über das System relativ kostengünstig
Feldstudien auf breiter Basis durchführen lassen, da alle notwendigen
Daten darin bereits vorhanden sind und nur noch entsprechend ausgewertet
werden müssen.
Eine Lösung wie das BNK-Webportal kann relativ einfach auf andere
medizinische Fachgebiete übertragen werden und würde so wesentlich
zur Realisierung der aktuell vielfach diskutierten „elektronischen
Patientenakte“beitragen.
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