eggs unimedia ist ja bereits seit zwanzig Jahren in den Bereichen digitale Medien und Programmierung aktiv. Wie bewerten Sie den Internet-Boom der letzten Jahre und wohin wird die weitere Entwicklung gehen?
Deiß: Die Anzahl der Internet-User in Deutschland ist mittlerweile
auf über 35 Millionen Menschen gestiegen. Derzeit nutzt der
Löwenanteil von ihnen das Web zwar noch hauptsächlich zwecks
Kommunikation oder Informationsbeschaffung, doch auch der Anteil
der Online-Einkäufer wächst. Einer aktuellen Marktstudie
zufolge wird der Umsatz via Internet in diesem Jahr hier zu Lande
ein Volumen von über 11 Milliarden Euro erreichen. Gleichzeitig
eröffnen innovative Web-basierte Anwendungen zahlreiche neue
Aktionsfelder, beispielsweise in der Energiewirtschaft oder im Gesundheitswesen.
Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, sind allerdings verstärkt
Websites gefragt, die attraktiv aufbereitet und schnell im Zugriff
sind und dadurch direktes Handeln ermöglichen. Statische HTML-Seiten – als
einfache Onlinepräsenz mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse
zur Kontaktaufnahme als einzige Interaktionsmöglichkeit – haben
keine Zukunft. Statt dessen geben die so genannten Rich-Internet-Applikationen
die Richtung vor: Sie stellen komplexe Benutzeroberflächen,
interaktive Kommunikationsfunktionen und leistungsfähige Anwendungen
auf vorhandenen Netzwerk- und Unternehmensinfrastrukturen bereit.
Firmen können damit ohne großen Aufwand die Effizienz
ihrer bestehenden Internet-Auftritte massiv verbessern.
Auf mittelfristige Sicht erwarten Experten die nächste Web-Generation
des „X-Internet“. Dabei steht das X sowohl für eXecutable
als auch eXtended: ausführbare Anwendungen im Browser oder auf
dem Desktop statt des reinen Austausches von statischen Dateien.
Hinzu kommt die Erweiterung des Internet-Zugangs auf weltweit 663
Millionen Autos, 1,5 Milliarden Telefone und 30 Milliarden Mikrochips
in Haushaltsgeräten und Maschinen.
eggs unimedia hat die Methode des Rapid ePrototyping entwickelt. Kann man damit stabile, hochwertige Web-Anwendungen entwickeln?
Deiß: Und ob! Wer sich für Rapid ePrototyping entscheidet,
wählt eine Lösung, die im Rahmen eines qualitätsbewussten
Web-Engineerings entwickelt wird. Dafür werden zunächst
einzelne Module einer funktionsfähigen Pilotanwendung programmiert,
die schrittweise optimiert und ausgebaut wird. In einem iterativen
Verfahren, also in kleinen Phasen mit genau definierten Zielen und
Anforderungen, werden dann die Änderungswünsche der Pilotanwender
eingearbeitet, so dass jeweils neue Versionen der Anwendung entstehen,
die sich dem gewünschten Ziel immer weiter annähern. Der
große Vorteil dieser Methode: Im Gegensatz zum Prototyping
in der Software-Industrie kann mit dem Funktionsmodell direkt produktiv
gearbeitet werden, und auf Grund der konkreten Erfahrungen gibt es
zeitnah kontinuierliche Verbesserungen.
Es kommt ja gar nicht so selten vor, dass IT-Entscheider und Projektverantwortliche
eine andere Vorstellung von einer Applikation haben als die Endanwender.
Und der User stellt beispielsweise fest, dass eine programmierte
Tabelle nur sinnvoll genutzt werden kann, wenn noch eine weitere
Spalte hinzukommt. Wenn er nun womöglich Monate auf diese Ergänzung
warten muss, ist die Frustration unter Umständen sehr groß.
Wird eine Anwendung dagegen im Rapid ePrototyping-Verfahren entwickelt,
ist der Änderungswunsch in kürzester Zeit umgesetzt. Die
Zufriedenheit bei den Anwendern wird damit größer, und
mit diesem Verfahren entwickelte Anwendungen erfahren von vornherein
eine größere Akzeptanz.
Warum verwendet eggs unimedia so häufig Produkte von Adobe?
Deiß: Wir sind das „Adobe Center of Excellence“ für
den süddeutschen Raum und Österreich – und das mit
gutem Grund. Servertechnologien wie Adobe ColdFusion MX oder
der auf offenen Standards basierende Flex-Presentation-Server ermöglichen
uns die rasche Entwicklung und zuverlässige Bereitstellung von
geschäftskritischen Rich-Internet-Anwendungen. Und das wahlweise
auf Basis von J2EE-, .NET-oder IBM-WebSphere-Umgebungen. Davon profitieren
auch unsere Kunden.
Wir bieten für alle Adobe Server-Produkte eine umfassende Unterstützung
an, und unsere Kunden können sicher sein, dass wir in allen
Projekten die aktuellsten Versionen einsetzen. Als autorisiertes Adobe-Schulungszentrum
führen wir außerdem Trainings für Softwareentwickler,
System-Administratoren und IT-Entscheider zu allen Adobe-Technologien
durch.
Sie arbeiten auch mit der Kommunikations- und Rapid eLearning-Plattform Adobe Connect. Welche Erfahrungen machen Sie damit?
Deiß: Webkonferenzen sind mittlerweile eine echte Alternative
zu zeit- und kostenintensiven persönlichen Meetings. Wir integrieren
die Plattform Adobe Connect nicht nur bei unseren Kunden in existierende
Infrastrukturen und Prozesse, sondern nutzen sie auch in unseren
eigenen Projekten. So mussten beispielsweise bei der Entwicklung
des Extranets für den Schmuckdesigner Pierre Lang drei Projektpartner
unter einen Hut gebracht werden: die Projektverantwortlichen beim
Kunden, die Mitarbeiter des Implementierungspartners SAP Steeb Österreich
und unsere Entwickler. Um diese Zusammenarbeit reibungslos zu gestalten
und die Reisekosten so gering wie möglich zu halten, haben wir
die meisten Meetings mit Hilfe dieser Webconferencing-Lösung
online durchgeführt.
Kann eggs unimedia neben der Programmierung auch die für ein Projekt notwendige Beratung sicherstellen?
Deiß: Wir bieten das komplette New-Media-Dienstleistungsspektrum
aus einer Hand: Beratung, Auswahl der Tools, Design, Programmierung,
Implementierung, Betreuung und Support. Wie wichtig gerade die Beratung
für ein Projekt ist, zeigt das Beispiel des Serviceportals mit
integriertem Qualitätsmanagement, das wir für den Bund der
Niedergelassenen Kardiologen (BNK e.V.) entwickelt haben. Da es den
Behandlungsverlauf für Herzpatienten dokumentiert, steht und
fällt dieses System mit der Qualität der erfassten Daten.
In intensiven Gesprächen mit den zukünftigen Anwendern haben
wir also herausgearbeitet, wo die Gefahren von Falscheingaben liegen
und wie diese verhindert werden können. Auf dieser Basis haben
wir in das System Plausibilitätskontrollen eingebaut, die dafür
sorgen, dass Fehleingaben praktisch ausgeschlossen sind. Außerdem
haben wir die Datenerfassung so komfortabel und einfach gestaltet,
dass sie auch für nicht so mit Informationstechnik vertraute
Anwender – wie zum Beispiel Sprechstundenhilfen oder Ärzte – leicht
zu bewältigen ist.
Da für uns die Zufriedenheit unserer Kunden an erster Stelle
steht, streben wir die möglichst langfristige Zusammenarbeit
an. Die Beratungsdienstleistung trägt wesentlich dazu bei,
dass wir das Anliegen unserer Kunden genau erfassen und die Web-Anwendungen
individuell auf seine Bedürfnisse zuschneiden und möglichst
schnell umsetzen können.
Hinweis:
Die Zitate aus diesem Interview können
Sie gerne für Ihre Artikel verwenden!
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