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Fragen und Antworten
Interview mit Michael Deiß, Entwicklungsleiter bei eggs unimedia
eggs unimedia ist ja bereits seit zwanzig Jahren in den Bereichen digitale Medien und Programmierung aktiv. Wie bewerten Sie den Internet-Boom der letzten Jahre und wohin wird die weitere Entwicklung gehen?

Deiß: Die Anzahl der Internet-User in Deutschland ist mittlerweile auf über 35 Millionen Menschen gestiegen. Derzeit nutzt der Löwenanteil von ihnen das Web zwar noch hauptsächlich zwecks Kommunikation oder Informationsbeschaffung, doch auch der Anteil der Online-Einkäufer wächst. Einer aktuellen Marktstudie zufolge wird der Umsatz via Internet in diesem Jahr hier zu Lande ein Volumen von über 11 Milliarden Euro erreichen. Gleichzeitig eröffnen innovative Web-basierte Anwendungen zahlreiche neue Aktionsfelder, beispielsweise in der Energiewirtschaft oder im Gesundheitswesen.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, sind allerdings verstärkt Websites gefragt, die attraktiv aufbereitet und schnell im Zugriff sind und dadurch direktes Handeln ermöglichen. Statische HTML-Seiten – als einfache Onlinepräsenz mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme als einzige Interaktionsmöglichkeit – haben keine Zukunft. Statt dessen geben die so genannten Rich-Internet-Applikationen die Richtung vor: Sie stellen komplexe Benutzeroberflächen, interaktive Kommunikationsfunktionen und leistungsfähige Anwendungen auf vorhandenen Netzwerk- und Unternehmensinfrastrukturen bereit. Firmen können damit ohne großen Aufwand die Effizienz ihrer bestehenden Internet-Auftritte massiv verbessern.

Auf mittelfristige Sicht erwarten Experten die nächste Web-Generation des „X-Internet“. Dabei steht das X sowohl für eXecutable als auch eXtended: ausführbare Anwendungen im Browser oder auf dem Desktop statt des reinen Austausches von statischen Dateien. Hinzu kommt die Erweiterung des Internet-Zugangs auf weltweit 663 Millionen Autos, 1,5 Milliarden Telefone und 30 Milliarden Mikrochips in Haushaltsgeräten und Maschinen.

eggs unimedia hat die Methode des Rapid ePrototyping entwickelt. Kann man damit stabile, hochwertige Web-Anwendungen entwickeln?

Deiß: Und ob! Wer sich für Rapid ePrototyping entscheidet, wählt eine Lösung, die im Rahmen eines qualitätsbewussten Web-Engineerings entwickelt wird. Dafür werden zunächst einzelne Module einer funktionsfähigen Pilotanwendung programmiert, die schrittweise optimiert und ausgebaut wird. In einem iterativen Verfahren, also in kleinen Phasen mit genau definierten Zielen und Anforderungen, werden dann die Änderungswünsche der Pilotanwender eingearbeitet, so dass jeweils neue Versionen der Anwendung entstehen, die sich dem gewünschten Ziel immer weiter annähern. Der große Vorteil dieser Methode: Im Gegensatz zum Prototyping in der Software-Industrie kann mit dem Funktionsmodell direkt produktiv gearbeitet werden, und auf Grund der konkreten Erfahrungen gibt es zeitnah kontinuierliche Verbesserungen.

Es kommt ja gar nicht so selten vor, dass IT-Entscheider und Projektverantwortliche eine andere Vorstellung von einer Applikation haben als die Endanwender. Und der User stellt beispielsweise fest, dass eine programmierte Tabelle nur sinnvoll genutzt werden kann, wenn noch eine weitere Spalte hinzukommt. Wenn er nun womöglich Monate auf diese Ergänzung warten muss, ist die Frustration unter Umständen sehr groß. Wird eine Anwendung dagegen im Rapid ePrototyping-Verfahren entwickelt, ist der Änderungswunsch in kürzester Zeit umgesetzt. Die Zufriedenheit bei den Anwendern wird damit größer, und mit diesem Verfahren entwickelte Anwendungen erfahren von vornherein eine größere Akzeptanz.

Warum verwendet eggs unimedia so häufig Produkte von Adobe?

Deiß: Wir sind das „Adobe Center of Excellence“ für den süddeutschen Raum und Österreich – und das mit gutem Grund. Servertechnologien wie Adobe ColdFusion MX oder der auf offenen Standards basierende Flex-Presentation-Server ermöglichen uns die rasche Entwicklung und zuverlässige Bereitstellung von geschäftskritischen Rich-Internet-Anwendungen. Und das wahlweise auf Basis von J2EE-, .NET-oder IBM-WebSphere-Umgebungen. Davon profitieren auch unsere Kunden.

Wir bieten für alle Adobe Server-Produkte eine umfassende Unterstützung an, und unsere Kunden können sicher sein, dass wir in allen Projekten die aktuellsten Versionen einsetzen. Als autorisiertes Adobe-Schulungszentrum führen wir außerdem Trainings für Softwareentwickler, System-Administratoren und IT-Entscheider zu allen Adobe-Technologien durch.

Sie arbeiten auch mit der Kommunikations- und Rapid eLearning-Plattform Adobe Connect. Welche Erfahrungen machen Sie damit?

Deiß: Webkonferenzen sind mittlerweile eine echte Alternative zu zeit- und kostenintensiven persönlichen Meetings. Wir integrieren die Plattform Adobe Connect nicht nur bei unseren Kunden in existierende Infrastrukturen und Prozesse, sondern nutzen sie auch in unseren eigenen Projekten. So mussten beispielsweise bei der Entwicklung des Extranets für den Schmuckdesigner Pierre Lang drei Projektpartner unter einen Hut gebracht werden: die Projektverantwortlichen beim Kunden, die Mitarbeiter des Implementierungspartners SAP Steeb Österreich und unsere Entwickler. Um diese Zusammenarbeit reibungslos zu gestalten und die Reisekosten so gering wie möglich zu halten, haben wir die meisten Meetings mit Hilfe dieser Webconferencing-Lösung online durchgeführt.

Kann eggs unimedia neben der Programmierung auch die für ein Projekt notwendige Beratung sicherstellen?

Deiß: Wir bieten das komplette New-Media-Dienstleistungsspektrum aus einer Hand: Beratung, Auswahl der Tools, Design, Programmierung, Implementierung, Betreuung und Support. Wie wichtig gerade die Beratung für ein Projekt ist, zeigt das Beispiel des Serviceportals mit integriertem Qualitätsmanagement, das wir für den Bund der Niedergelassenen Kardiologen (BNK e.V.) entwickelt haben. Da es den Behandlungsverlauf für Herzpatienten dokumentiert, steht und fällt dieses System mit der Qualität der erfassten Daten. In intensiven Gesprächen mit den zukünftigen Anwendern haben wir also herausgearbeitet, wo die Gefahren von Falscheingaben liegen und wie diese verhindert werden können. Auf dieser Basis haben wir in das System Plausibilitätskontrollen eingebaut, die dafür sorgen, dass Fehleingaben praktisch ausgeschlossen sind. Außerdem haben wir die Datenerfassung so komfortabel und einfach gestaltet, dass sie auch für nicht so mit Informationstechnik vertraute Anwender – wie zum Beispiel Sprechstundenhilfen oder Ärzte – leicht zu bewältigen ist.

Da für uns die Zufriedenheit unserer Kunden an erster Stelle steht, streben wir die möglichst langfristige Zusammenarbeit an. Die Beratungsdienstleistung trägt wesentlich dazu bei, dass wir das Anliegen unserer Kunden genau erfassen und die Web-Anwendungen individuell auf seine Bedürfnisse zuschneiden und möglichst schnell umsetzen können.

Hinweis:
Die Zitate aus diesem Interview können Sie gerne für Ihre Artikel verwenden!